Unter dem Motto: „Wider den tierischen Ernst“ publizieren wir den folgenden Beitrag:
In einer Zeit, wo man nicht mal mehr einen Furz als klimaneutral bezeichnen kann, ist es nicht einfach, sachlich zu bleiben. Wir von citytrip.ch können das und haben extra für unsere Leserschaft eine Zeitreise in die Zukunft unternommen.
Wir schreiben das Jahr 2020 und Herr Fioretti betritt gerade sein Reisebüro.
Reisebüro-Angestellte: „Guten Tag Herr Fioretti. Schön, dass Sie uns besuchen. Was kann ich heute für Sie tun?“
Herr Fioretti: „Ich möchte nach Novosibirsk fliegen. Nur so übers Wochenende, sagt er kleinlaut. Können Sie mir helfen?“
Reisebüro-Angestellte: „ Ja, mein lieber Herr Fioretti. Sie sind kein einfacher Fall. Sie waren doch erst gerade im „Alaska Beach Resort“ Mit ihrer Ökobilanz steht’s nicht zum Besten. Wollen Sie nicht lieber in der Nähe bleiben? Ich komme gerade von einem Kamel Trekking im Züri Oberland zurück und kann Ihnen das wirklich sehr empfehlen.
Herr Fioretti will aber kein Kamel Trekking im Züri Oberland. Er will Sonne, Strand und Meer. Herr Fioretti ist gut situiert und deshalb in der Lage, die für seine Oekobilanz fehlenden Oekopunkte im freien Markt zu erwerben. Ohne dass Herr Fioretti etwas gesagt hätte, merkt die versierte Reiseberaterin natürlich sofort, dass Herr Fioretti kein Kamel Trekking wünscht.
„Gut, dass Sie zu uns gekommen sind,“ sagt die freundliche Reisebüro-Angestellte“ „Wir lassen unsere Kunden nämlich nicht hängen“ Ich hab da ein paar neue Telefonnummern von Leuten, die Öko-Punkte verkaufen. Lassen Sie mich mal sehen, was ich für Sie tun kann.
Sichtlich gelöst, lehnt sich Herr Fioretti zurück, und lässt die
Reisebüro-Angestellte ihre Arbeit tun. Das letzte Mal, hatte er eine Reise im Internet gebucht. In der Folge musste er sich selber um die fehlenden Ökopunkte kümmern. In der lokalen Suppenküche wurde er dann schliesslich fündig und konnte zu überteuerten Preisen Punkte kaufen.
Herr Fioretti ist froh, dass die Reisebüro-Mitarbeiterin das für ihn erledigt und er ist gerne bereit, dafür zu bezahlen.
Nach ein paar Telefonanrufen, wendet sich die Reiseberaterin ihrem Kunden zu und sagt: „Es ist sehr schwierig im Moment. Ein grosser Reiseveranstalter hat gerade eine grössere Anzahl Ökopunkte gekauft, um diese in seine Pakete einzubauen. Der Markt ist gerade trocken.“
Herr Fioretti meint leise:“ Hätten Sie vielleicht ein paar Punkte zu verkaufen?“
„Nein, auf keinen Fall“, sagt die Reiseberaterin. „Ich heirate im Herbst und wir werden unsere Flitterwochen im „Sandals Annapurna“ verbringen. Ich muss selber noch Ökopunkte zukaufen.“
„Oh sie Ämste“ meint Herr Fioretti, und verzieht dabei sein Gesicht, als hätte er gerade eine Zitrone gegessen.
Dann sagt Herr Fioretti: „Was soll ich denn jetzt nur tun?“
„Ich kann Ihnen folgendes anbieten“, sagt die nette Reiseberaterin. „Ich kann ihre Reservation auf „Option“ buchen“ und wenn wir im Laufe des Tages Oekopunkte angeboten bekommen, kann ich welche für Sie kaufen“
„Das ist aber nett“, sagt Herr Fioretti und freut sich ob der kompetenten Beratung.
„Mit welcher Airline wollen Sie fliegen? Southwest Berlin oder United Lufhansa?"
„Ist mir egal“ sagt Herr Fioretti. „Hauptsache sie besorgen die Punkte.
„Und haben Sie einen bestimmten Hotelwunsch“, fragt die Reiseberaterin.
„Buchen Sie das beste Hotel am Platz, wie immer mit Privattransfer. Sie kennen mich ja“
„Ja natürlich, Herr Fioretti“ sagt die freundliche Reiseberaterin und strahlt übers ganze Gesicht. Sie können sich auf mich verlassen. Ich werde Sie im Laufe des Tages anrufen“.
„Super“ sagt Herr Fioretti. „Ich erwarte gerne Ihren Anruf. Vielen herzlichen Dank“.
Herr Fioretti verabschiedet sich vom netten Fräulein und geht.
Link zum Thema: greenpeace.ch
citytrip.ch 05Jul07/rf
Letzte Kommentare