Wer sich gerade fragt, was Bangkok mit einem Dorf zu tun hat: der Titel ist die korrekte Übersetzung aus dem Thai ins Deutsche und lässt erahnen, dass Bangkok zur Zeit seiner Gründung noch keine riesige Weltstadt war.
Bangkok 2011, das sind prachtvolle Tempelbauten, lärmige und vom Verkehr überfüllte Strassen, riesige Einkaufszentren, schier unglaubliche Menschenmassen, eine hohe Luftfeuchtigkeit und - für uns Mitteleuropäer - erdrückende Temperaturen. Zugegeben, Bangkok ist keine Stadt die jedem auf Anhieb gleich gefällt, wer sich aber ihrem speziellen Charme hingibt, der wird sie für immer lieben! Denn Bangkok hat auch andere, zauberhaufte Seiten: enge Gassen, kleine Essenstände, sehr freundliche Menschen, idyllische Wasserstrassen und wunderschöne Parkanlagen. Hier findet der Reisende Hektik und Ruhe genauso wie Reichtum und Armut, Touristen aller Herren Länder genauso wie einfache und betuchte Einheimische. Kurz, ein Schmelztiegel für die verschiedensten Menschen und Kulturen dieser Welt. Wobei man das Wort Hektik in der Relation sehen sollte, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit der Autos dieser Stadt gerade Mal 6 km/h betragen soll. Stau sei dank. Aber eben, wer in Bangkok ist der vertraut darum auch lieber auf andere Fortbewegungsmittel als ein Mietauto: MeterTaxi, Wassertaxi und Tuk Tuk sind vergleichsweise schnell und vor allem billig.
Über Anreise und Unterkunft möchte ich für einmal nicht viele Worte verlieren. Es erklärt sich von selber, dass Flüge ab Zürich regelmässig verkehren und auch in Sachen Hotel findet man auf unzähligen Internetseiten zahlreiche gute, günstige und saubere Unterkünfte. Citytrip hilft natürlich sowohl beim Flug als auch beim Hotel gerne und kompetent weiter ;-) Stürzen wir uns lieber direkt ins Leben dieser Stadt. Als Lektüre für den Flug empfehle ich übrigens das Buch "Bangkok Nights" von Roger Willemsen, welches die Stadt in einem anderen Licht zeigt, als sie vom durchschnittlichen Touristen wahrgenommen wird.
Das erste Zielt nach der Ankunft dürfte bei den meisten Reisenden der vielgepriesene Königspalast (The Grand Palace) sein, wahrlich vermutlich eines der prachtvollsten Bauwerke in ganz Südostasien. Dieser vom König bewohnte Palast befindet sich im kulturellen Zentrum der Stadt, in Sanam Luang. Der Palast und der benachbarte Tempel Wat Phra Kaeo wurden 1783 errichtet und sind von einer weißen Mauer umgeben. Im Eintrittspreis von 200 Baht (ca. 6 Fanken) ist auch der Eintritt zum unweit entfernten Vimanmek Teakwood Mansion, dem angeblich grössten Teakhaus der Welt, enthalten. Fotoapparat nicht vergessen! Ausserdem gibts eine gedruckte A5-Broschüre zu den Sehenswürdigkeiten in englischer Sprache. Wichtig: man darf diese heiligen Hallen nur in angepasster Kleidung betreten, das gilt übrigens in so mancher Sehensürdigkeit in und um Bangkok. Also immer darauf achten, dass Schultern und Knie bedeckt sind, ebenso sollte man auf offene Sandalen verzichten.
Bangkok wird in vielen Reiseführern als das "Venedig des Ostens" beschrieben. Wer sich ein bisschen Zeit nimmt, der wird erfahren warum das so ist. Die Stadt wird "durckämmt" von sogenannten Klongs, so nennt sich da das Kanalsystem. Man sollte also unbedingt eine Bootsfahrt einplanen um dieses zu erforschen. Vom Chang Pier hinter den Königspalast fahren viele der Boote ab. Allerdings sollte man sich vor dem Einsteigen einig sein, wo es durchgehen soll. Erkennen einen die Bootsführer nämlich als Tourist, kann die Fahrt endlos und vorallem sehr teuer werden. Wer es lieber grösser mag, der nimmt ein sogenanntes Linienboot, so quasi offiziell, und fährt zum Beispiel zur Tempelanlage nach Bang Yai. Das von einem LKW-Motor betriebene Boot hält dann, wie bei uns die Busse, an zahlreichen Haltstellen. So kann man sich auf einfache und günstige Weise ein Bild von Land und Leuten machen.
Zum Pflichtprogramm einer Bangkok-Reise gehört sicher auch Wat Pho, eine sehr sehenswerte Tempelanlage unweit südlich des Königspalastes. Die gesamte Anlage ist etwas kleiner als der Königspalast, wirkt nicht so pompös dafür aber graziler und übersichtlicher. Es handelt sich hierbei übrigens um die grösste, aktive Klosteranlage Thailands, sie wird von rund 300 Mönchen bewohnt. Das über die Landesgrenzen hinaus bekannteste Bauwerk innerhalb des Wat Pho ist der Tempel, mit dem liegenden Buddha. Dieser ist mit seinen 46 Meter Länge und gut 15 m Höhe der grösste seiner Art und ein äusserst beliebtes Fotomotiv für Touristen aus aller Welt. Ebenfalls auf dem Gelände des Wat Pho befindet sich gleich gegenüber des Eingangs eine traditionelle Thai-Massageschule. Hier kann man sich für umgerechnet ein paar Franken eine halbe Stunde kräftig durchkneten lassen. Wer sich diesen Luxus nicht gönnt, der ist schlicht selber schuld. Denn man sollte an dieser Stelle vielleicht erwähnen, dass die Massagen in Thailand selber keinen schmuddeligen Ruf haben, wie leider oft bei uns. Das ist alles äusserst anständig und sauber. Also, unbedingt ausprobieren und sich überraschen lassen, wieviel Kraft die zierlichen Frauen in ihren Fingern haben.
Wer sich einen imposanten und eventuell klärenden Überblick über die Stadt verschaffen möchte, ein weiteres sehenswertes Ziel ist der Golden Mount mit dem Chedi des Wat Saket. Dieser liegt etwa zwei Kilometer westlich vom Königspalast (an dem kann man sich immer gut orientieren) und ist eine kleinere Tempelanlage, die sich auf einem künstlich aufgeschüttetem Hügel befindet. Es sich hierbei um den weit und breit höchsten Hügel im Stadtzentrum von Bangkok, so dass man von hier mit die beste Aussicht geniessen kann. Für die oberste Plattform bezahlt man 10 Baht Eintritt. So, nun aber fertig mit all den Tempeln. Es gibt schliesslich in ganz Thailand unzählige davon. Aber einmal reicht es dann auch und man widmet sich den anderen Attraktionen der Stadt. Quasi an jeder Ecke und in jedem Stadtteil findet man unzählige Restaurants, Wechselstuben, Essstände und Tausende von Verkaufsständen, an denen man sich mit allem eindecken kann was das Shopping Victim-Herz begehrt. Es gibt so ziemlich jeden Artikel zu kaufen, den es hier bei uns nicht oder nur teuer gibt. Von der gefälschten Uhr über Sonnenbrillen, preiswerter Unterhaltunsgelektronik (DVD, CD), Seidekrawatten, Schmuck bis hin zum internationalen Führerschein und Presseausweis... wer allerdings Fälschungen kauft, tut das auf eigenes Risiko und ist dann am Schweizer Zoll bei der Einreise auch selber dafür verantwortlich. Trotzdem, schon nur das Anschauen macht riesigen Spass.
Aber nun zu dem Thema, welches mir eigentlich schon seit der ersten Zeile unter den Nägeln brennt: das Essen!
Denn auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich die unzähligen asientypischen Essensstände. Aber es gibt nicht nur leckeres Thai, sondern auch Chinese Food. Die chinesische Minderheit in Bangkok integriert wie vielleicht selten in der Welt. In der Hauptstrasse, der Charoen Krung Road, befindet sich in Chinatown Geschäft neben Geschäft. Auf den Gehwegen der sogenannten Night Markets finden sich unzählige fliegende Händler, überall gibt es exotische Kleinigkeiten zu Essen und duftende Stände. Während der Saphan Phut Market zum Kleiderkauf verlockt, lassen die frischen Früchte und Blumen auf dem Markt von Pak Khlong die Herzen der Hobbyfotografen höher schlagen. Ein Besuch Chinatowns bei Abendstimmung zeigt Bangkoks kulturelle Vielseitigkeit auf einzigartige Weise!
Das Nachtleben von Bangkok hat einiges zu bieten. Da die öffentlichen Verkehrsmittel billig sind, kann man in einer Partynacht locker mehrere Lokale nacheinander anfahren und ausprobieren. Hier eine Liste zu erstellen, das ist aufgrund der Vielzahl der Lokalitäten sinnlos. Wer als Tourist ankommt, dem dürften darum schnell einmal die weltbekannten Anbieter auffallen. Hard Rock Café (Siam Square), Planet Hollywood, Asia Hotel Rock Club (Phayatai Road) - überall gibt es live Musik, allerdings sind die Getränke in diesen Häusern eher teuer. Darum, mutig sein und sich in einen Club wagen, der einen anspricht! Etwas vorsichtiger sollte man lediglich auf der Lastermeile Patpong, westlich des Lumpini Parks, sein. Aber analog dem Pariser Pigalle verkehren auch hier inzwischen prall gefüllte Busse mit westlichen Touristen. Die Masche ist überall die gleiche, egal ob Bangkok oder Paris. Im Erdgeschoss werden die Gäste mit billigen Getränken animiert, einen Stock drüber wird es dann so richtig teuer. Darum: Finger weg und das Nachtleben abseits der roten Lichter geniessen. Denn, Bangkok ist eine verrückte, aber traumhafte Welt für sich. Was auch immer man in der thailändischen Hauptstadt sucht, in Bangkok wird man fündig. Ausser vielleicht man ist auf der Suche nach etwas Ruhe - aber seien wir ehrlich, dafür reist man auch nicht ins Dorf im Pflaumenhain.
Von: Reto Fischer aka Monsieur Fischer, leidenschaftlicher Blogger, Texter und Reise-Fan.
citytrip Empfehlung: Flüge nach Bangkok und Flug & Hotel citytrips nach Bangkok.
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