Mallorca. Ein Wort reicht und viele reisebegeisterte Touristen ziehen erstaunt die Augenbrauen hoch und hören weg. Mallorca steht für Party, Alkohol und viele Deutsche. Aber, Mallorca kann auch anders. Allen voran Palma de Mallorca. Die Hauptstadt der Balearen ist eine pulsierende, moderne Grossstadt mit einer äusserst imposanter Kathedrale und einer herrlichen Altstadt mit Cafés und Restaurants. Wer sich nur auf in den Partylokalen aufhält, ist selber schuld. Vielmehr sollte man die vielfältigen Eindrücke dieser Metropole auskosten.

Wie man nach Palma de Mallorca kommt, das lässt sich in einem Satz beantworten: mit dem Flieger, täglich mehrere direkte Flüge zu fairen Preisen. Einmal in der Inselhauptstadt angekommen, ab ins Hotel und möglichst keine Zeit verlieren. Taxis, Busse alle Wege führen in die Innenstadt. Und da findet man dann auch das Hotel Saratoga (Paseo Mallorca 6, 07012 Palma de Mallorca). Es liegt direkt im Herzen von Palma und hat sich seine 4 Sterne in meinen Augen redlich und ehrlich verdient. Das Hotel ist ein Geheimtipp für Jazz-Fans, immerhin verfügt es über einen eigenen Jazz-Club, in welchem es Abend für Abend live Musik gibt. Das Haus befindet sich nur wenige Fussminuten zum Hafen und zur Kathedrale. Es verfügt über eine tolle Dachterrasse, die euch einen super Blick auf ganz Palma bietet. Dort kann man sich auch verpflegen, der Service ist – wie im ganzen Hotel – ausgezeichnet.
Das Gepäck deponiert sollte man keine Zeit verlieren und sich auf den Weg machen, Palma zu entdecken. Denn, es gibt – abseits der Touristenfallen – so einiges zu erleben. Palma ist zwar eine Grosstadt, aber die eigentliche Innen- und Altstadt ist sehr kompakt und überschaubar, sie kann darum mit ihren vielen Fussgängerzonen locker und leicht zu Fuss erkundet werden. Zuerst eine wichtige Regel für Mallorca, nein, eigentlich für beinahe ganz Spanien: Das öffentliche Leben beginnt um erst gegen 10 Uhr morgens und dauert dann zunächst bis etwa 14 Uhr. Danach heisst es Siesta! Erst gegen halb 5 öffnen dann wieder Museen, Banken, öffentliche Einrichtungen oder kleine Läden – dafür dann aber meist bis weit nach 20 Uhr. Entsprechend sollte man in der ausgedehnten Mittagspause keine grossen Pläne machen, es ist ja eh alles zu. Ich empfehle ein leckeres Mittagessen, da die meisten Restaurants erstaunlich günstige Mittagsmenus anbieten. Es gibt 3 Gänge ab 12 Euro, dazu gehört meist auch Wein und Kaffee. Wohl genährt geht’s dann auf den Stadtbummel, es empfiehlt sich zum Beispiel an der „Placa Porta de Santa Catalina“ zu beginnen.
Die erste Station der Palma-Entdeckungsreise ist das Museum „Es Baluard“, ein architektonisches Kunst- und Meisterwerk, wie ich finde, eingefügt in das historische Kastell am Placa Santa Catalina. Das Museum beherbergt internationale zeitgenössische Kunst mit deutlich spanischem Schwerpunkt. Picasso und Miro sind nur zwei von vielen bekannten Namen. In meinen Augen ist das Museum ein absolutes Muss, erst recht weil es im Sommer immer bis um Mitternacht offen hat und man vom Dach so herrlich auf die Altstadt und den Hafen schauen kann. Aber noch ist es ja nicht Nacht. Weiter geht es an die Avenida Jaume III. Da sollte man unbedingt einen Blick ins „Cortes Ingles“ werfen, ein attraktives Kaufhaus und wenn dann das Portemonnaie schon locker sitzt, noch schnell auf die Placa Rei Joan Charles I, da gibt es zahlreiche kleine Schuhgeschäfte, mit äusserst attraktiven Preisen – zu guter Qualität! Eine besondere Erwähnung unter Mallorcas Märkten verdient der „Mercat Olivar“ an der gleichnamigen Placa Olivar, in der Nähe der Placa Espana. Der Markt ist von Montag bis Samstag jeden Morgen bis zur Siesta geöffnet. Einfach einmal durch spazieren, das bunte Treiben geniessen und die Vielfalt der frischen Waren begutachten. Es gibt alles: Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Obst oder Gemüse - ein einzigartiges Erlebnis.
Gar nicht mal so weit weg davon, befindet sich eine weitere kulturelle Sehenswürdigkeit, das Museum „Fundacio Joan March“, es befindet sich in einem wunderschönen alten Palais. Hier werden rund 70 zeitgenössische spanische Künstler gezeigt, von wiederum Picasso, Miro oder Tapies, hin zu bei uns weniger bekannten Künstlern der Gegenwart. Wer noch nicht genug hat, der sollte sich nun zum eigentlich Highlight begeben: der Kathedrale. Die gotische „Sa Seu“, ganz nahe dem Meer, erhebt sich in imposanter Art und Weise über die ganze Stadt. Direkt an die berühmte Kathedrale grenzt der Amtssitz des spanischen Königs Juan Carlos. Übrigens, die gehisste gelb-rote spanische Flagge, am Dach des Almundaina Palastes, signalisiert die Anwesenheit des Monarchen während der Sommermonate. Wer übrigens auf tolle Boote und Luxus steht, sollte einen Abstecher an den naheliegenden Hafen machen, direkt neben dem Palast. Einfach den Palmen nach in der Bucht von Palma zum Castell de Bellver kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus – unzählige farbige Speedboote, weisse Hochseesegler und unbezahlbare Yachten schaukeln im blauen Meer.
Wer sich übrigens inzwischen fragt, warum noch keine Tipps in Sachen Party zu Lesen waren, es kommen auch keine. Wie zu Beginn erwähnt, Mallorca – und auch Palma – haben so viele andere tolle Sachen zu bieten, als dass es die Partymeile gar nicht wirklich braucht. Wer es will, bitte sehr. Aber der wird auch auf feines Essen keinen Wert legen und darum geht es jetzt: Wer Fisch liebt, sollte zur Hafenmole östlich der Kathedrale ins „Fernando“ gehen, wo morgens im Erdgeschoss der nächtliche Fang versteigert wird, gibt es später im 1.Stock in absolut uriger Umgebung den frischesten Fisch der Stadt. Wer sich erst etwas umschauen möchte, der geht am besten in die Altstadt. Zwischen der Placa Reina und der Cl. Apentadores finden sich unzählige Restaurants, Kneipen und Tapasbars. Ein paar sind gut, ein paar sind schlecht. Zu empfehlen ist das „La Cueva“, ein Kellerrestaurant mit Musik oder das „La Boveda“, eine klassische Tapasbar (Cl. Boteria) mit tollen und preiswerten Rotweinen im Angebot. Etwas teurer? Sehr empfehlenswert sind das „Aramis“, in der Calle Montenegro, mit gehobenem einheimischem Publikum oder das Restaurant Es Baluard (beim gleichnamigen Museum), welches sehr bekannt ist für seine einheimische Küche.
Aber natürlich darf auch bei diesem Reisebericht ein Hinweis aufs Nachtleben nicht fehlen. Ich versuche aber bewusst, zwei Clubs vorzustellen, welche nicht fest in den Händen von deutschen Touristen sind und sich von der Art her vom üblichen Jubel und Trubel unterscheiden. Da wäre der „Titos Nightclub“ (Paseo Maritim, 33 Palma de Mallorca). In diesem Club läuft hauptsächlich House-Music und Minimal. Freizügige Tänzerinnen und Tänzer sorgen auf einer Bühne für Stimmung, wer genau hinschaut, wird feststellen, dass es auch Transvestiten dabei hat. Obwohl das vielleicht etwas abgedreht klingt, ist der Club als solcher sehr sauber und vor allem geräumig – sprich man kriegt keine Platzangst. Ein Geheimtipp ist das „Abaco“ (Calle Sant Joan 1, 07012 Palma de Mallorca). Das Ambiente ist unvergleichlich, denn es ist ein ehemaliges Herrenhaus, welches in diesem Still belassen wurde. Die riesige Eingangspforte wirkt geheimnisvoll. Weniger geheimnisvoll sind aber die Getränkepreise, ab 15 Euro gibt’s frisch gemachte Drinks.
Aber eben, es geht auch anders. Einfach zwei Kugeln Eis, eine Parkbank und dann das nächtliche Treiben beobachten. Es gibt von vierbeinigen Eseln, die Karren ziehen, bis hin zu zweibeinigen Eseln, die aus den Touristendiscos taumeln, alles zu sehen was zur Unterhaltung beiträgt.
Von: Reto Fischer aka Monsieur Fischer, leidenschaftlicher Blogger, Texter und Reise-Fan.
citytrip Empfehlung: Flüge nach Mallorca und die Balearen, Mallorca Flug und Hotel.
Letzte Kommentare