Anlässlich der Internationalen Luftfahrt Ausstellung (ILA) in Berlin wurde gestern bekannt, dass Emirates 32 (!) weitere Grossraumflugzeuge des Typs Airbus A 380 bestellt hat. Das ist der grösste Einzelauftrag in der Geschichte von Airbus.
Während die meisten anderen Airlines mit grossen Trara ihren ersten Airbus in der Flotte feiern, hat Emirates bereits 10 dieser Supervögel in der Luft und jeden Monat kommt einer dazu. Mit der Neubestellung sind es insgesamt 90 Stück und alle sollen bis zum Jahr 2017 ausgeliefert sein.
Für den europäischen Airbus Hersteller EADS ist das natürlich super und sichert Arbeitsplätze in Europa. Das mag auch die Überlegung gewesen sein, weshalb die Deutsche Staatschefin Angela Merkel Emirates an der ILA besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht hat. Informationen dazu gibt's bei suueddeutsche.de.
Europäische Airlines sehen das galoppierende Wachstum der Emirates freilich etwas anders und sie werden sich fragen, was sie dem entgegen halten können. Gemäss fvw.de wird Lufthansa Chef Wolfgang Mayrhuber wie folgt zitiert: Es sei schon ein Wunder, in welchem Umfang Emirates investiere. "Die haben bald mehr Langstrecken-Sitzplätze im Markt als British Airways und Air France zusammen."
Die Wettbewerbsvorteile liegen klar bei Emirates. Die Airline befindet sich in Staatbesitz. Die Entscheidungswege sind kurz und die Entscheidungsmacht der Herrscherfamilie ist imens. Alle wichtigen Posten der Airline, des Flughafen, des Tourismusministeriums etc. etc. sind von Familienmitgliedern besetzt oder kontrolliert. Jede Art von Steuern (Ticketsteuern, Flughafengebühren, Tourismustaxen), können je nach Bedarf eingeführt oder aufgehoben werden.
Langwierige politische Diskussionen wie wir sie im demokratischen Westeuropa kennen, gibt es in den Vereinigten Arabischen Emirate nicht. Genauso wenig gibt es Zoff mit Gewerkschaften. Auch die Möglichkeit, dass je ein Umweltaktivist am Flughafen von Dubai gegen dessen Ausbau protestiert liegt jenseits aller Vorstellungskraft.
Neben den schier unendlich scheinenden Geldmitteln macht sich Emirates die lokalen Wettbewerbsvorteile zunutze und wächst global.
Fazit 1: Die Globalisierung findet statt.
Fazit 2: Andere Staatsformen scheinen für die Globalisierung besser geeignet zu sein als die westliche Demokratie.
Weitere Blogbeiträge über Emirates gibt's hier und hier.
citytrip.ch 09Jun10





