Sie ist klein, aber süss. Schliesslich kennt man sie in der Regel nur von Fotos, aber in live ist sie natürlich viel schöner, die kleine Meerjungfrau im Hafen von Kopenhagen. Beim Reisen gibt es aber immer wieder Sachen, die man einfach gesehen haben muss und da gehört das Wahrzeichen von
Die Kleine Meerjungfrau gehört zu den Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen. Als von Seiten der Tourismusbranche der Vorschlag gemacht wurde für das Wahrzeichen der Stadt einen anderen Platz zu suchen um dem Ansturm der Busse und Touristen gerecht zu werden, stiess man auf heftige Kritik. Der Künstler Edvard Eriksen hat übrigens die Seejungfrau nach dem Vorbild aus dem Märchen von Hans Christian Andersen angefertigt.
Aber natürlich lebt Kopenhagen nicht von der Meerjungfrau alleine, die dänische Haupstadt mit ihren gut 500'000 Einwohnern ist eine pulsierende Metropole, die es locker mit anderen europäischen Städten aufnehmen kann. Zu erwähnen gibt es an dieser Stelle - im Gegensatz zu vielleicht anderen Grossstädten - die Offenheit und Freundlichkeit der Dänen. Entsprechend sollte man während einem Kopenhagen-Trip auch locker mal auf ein Hotel verzichten und sich eine Schlafgelegenheit im einer Jugendherberge oder einem B&B suchen. Entsprechende Listen gibt es im Internet, die Qualität der Herbergen ist übrigens auf einem sehr hohen Niveau anzusiedeln.
Kopenhagen ist eine übersichtliche Stadt, viele Sehenswürdigkeiten sind entsprechend gut zu Fuss zu erreichen. Starten wir unseren Rundgang da, wo ich ihn gerne starte: am Tivoli. Der Tivoli in der Innenstadt ist ein weltbekannter Vergnügungs- und Erholungspark. Der König persönlich hat das ehemalige Militärgelände entlang der alten Stadtmauer Investoren für einen Freizeitpark überlassen. Der Tivoli wurde bereits im Jahre 1843 eröffnet und ist so einer der ältesten heute noch
existierenden Vergnügungsparks der Welt. Der Park bietet zahlreiche Attraktionen, dazu gehören zum Beispiel Achterbahnen, Fahrgeschäfte, Kabaretts oder Theater. Dazu gibt es 37 verschiedene Restaurants, aber nur 23 Fahrgeschäfte.
Vor dem Park befindet sich zudem das berühmte Hard Rock Café, da und auch im Park drinnen finden während der Sommer-Saison regelmäßig Konzerte von bekannten Musikern sowie anderen Künstlern statt. Der Park ist zwischen etwa Mitte April und Ende September jeden Jahres geöffnet. Im Herbst gibt es zudem ein Halloween-Special, vor Weihnachten findet ein spezieller Markt statt. Als Insidertipp gelten übrigens nicht die Kneipen im Park, sondern die direkt vor dem Eingang. Während der Park nämlich seine Türen irgendwann dann mal schliesst, wird draussen bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert. An dieser Stelle übrigens unbedingt einen Lakritz-Shot probieren, die geheimen Inhaltsstoffe werden hier natürlich nicht verraten.
Ein absolutes Must für jeden Kopenhagen Tourist ist natürlich die Freistadt Christiania, eine Stadt in der Stadt. Christiania ist eine alternative Wohnsiedlung die es seit den frühen 70er Jahre gibt. Total umfasst sie etwa 34 Hektare und besteht hautpsächlich aus grossen Wohngemeinschaften. Polizei gibt es im Stadtstaat nicht, zur Klärung von Problemen und Lösung von Konflikten werden Versammlungen einberufen. Allerdings muss man sagen, dass Christiania ihren Reiz etwas verloren hat. Immer mehr siedelt sich die Kriminalität in dieser Gegend an und so ganz ohne Polizeieinsätze geht es dann leider auch nicht mehr. Trotzdem, wer Lust auf Basisdemokratie hat, der schaut vorbei. Vorallem was Konzerte angeht hat die autonome Freistadt immer etwas zu bieten.
Kopenhagen bietet eine grosse Menge an Sehenswürdigkeiten, meist historische Gebäude mit einer langen Geschichte. Wer zum ersten Mal in der dänischen Hauptstadt ist sollte die folgenden Institutionen unbedingt besuchen und dabei die Fotokamera nicht vergessen: Folketing, das dänische Parlament, die Sitzungen sind teilweise öffentlich. Ebenso einen Besuch wert sind die neue Oper, sowie das königliche Theater. Wobei die Oper vorallem durch ihr futuristisches Aussehen überzeugt. Musik- und Theaterfans werden allerdings auch mit spannenden Vorführungen überrascht.
Wer bislang noch kein Geld ausgegeben hat, der sollte sich etwas Zeit für Shopping nehmen. Kopenhagen bietet endlose autofreie Einkaufsstrassen mit unzähligen Ladengeschäften, weltbekannte Marken inklusive. Besonders zu erwähnen gilt es den "Strøget" mit seinen vielen Seitengassen, zu finden beim Kgs. Nytorv bis zum Rathausplatz. Die Dänen selber behaupten, das sei Europas grösste Einkaufsstrasse. Es gibt Strassenkünstler, Cafés und Bars. Labels wie Prada, Kenzo, Chanel oder Mulberry sind allgegenwärtig. Ebenso gibt es zahlreiche grosse Warenhausketten, zu beachten dabei gilt es dänische Modemacher. Nicht umsonst kommen zahlreiche weltbekannte Kleidermarken aus Skandinavien.
Wer es etwas weniger mondän mag, der kehrt ein in die Larsbjørnsstræde und die Studiestræde. Vor einiger Zeit noch ein Viertel um das man als Tourist einen Bogen machte. Heute sieht das anders aus, vieles erinnert an Paris heir. Kein Wunder, dass hier französische Restaurants wie das "l`Education Nationale" oder "La Galette" eröffnet haben. In der Studiestræde liegen "Samsøe & Samsøe" und "In Circus", das sind Dänemarks populärste Herrenmodegeschäfte. Ein entspannter Shoppingbummel zeigt zudem Kellerboutiquen voller Überraschungen, die besten Underground-Musikläden der Stadt, ein Paradies für Comic-Liebhaber und jede Menge ungezwungener Bars und hübschen Cafés.
Womit wir dann beim Essen angelangt wären. Es gibt in Dänemark viele Spezialitäten: Smørrebrød ist die weltberühmte dänische Nationalspeise, die nach
alten Rezepten zubereitet wird. In immer mehr Lunchrestaurants hat sich
die dickbelegte Spezialität jedoch verändert, es gibt beinahe nichts, womit man die Brote nicht belegen könnte. Ebenso dänisch sind rote Grütze, Hot Dogs und natürlich geräucherter Fisch. Wer all diese wundersamen Speisen gerne auf exclusive Art geniessen möchte, dem empfehle ich das "formel b". Im Michelin-gekrönten Restaurant stehen jeden Tag sechs neu
kreierte Menüs auf der Speisekarte. Die beiden Küchenchefs Kristian
Møller und Rune Jochumsen orientieren sich dabei strikt an der dänischen
Küche. Ihr Hauptmerkmal: Soweit möglich, stammen alle Rohwaren und
Zutaten für die Gerichte von Bauern und Erzeugern aus der Region.
Kopenhagen hat aber nicht nur leckers Essen zu bieten, nein es ist auch die Stadt des Biers. Es gibt unzählige grosse Brauereien, spannend ist es aber in kleinen Brauhäusern einzukehren. Die beliebte Mikrobrauerei Nørrebro Bryghus liegt in einem ehemaligen Fabrikgebäude im Multikultistadtteil Nørrebro. Der einheimische Braumeister verwendet ausgewählte Zutaten für dänische und international inspirierte Biersorten wie unter anderem belgisches Stuykman Wit, tschechisches Pilsener oder New York Lager. Geniessen kann man das frisch gezapfte Gebräu gleich im Brauhaus, das auch über ein eigenes Restaurant verfügt, in dem man gut und vor allem währschaft essen kann.
* Reto Fischer aka Monsieur Fischer ist leidenschaftlicher Blogger und Reise-Fan.
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