Geschrieben von Nadine, selbständige Texterin, produziert von Supertext.ch.
Nicht umsonst gilt München als die nördlichste Stadt Italiens. Kaum lugt die Sonne regelmässig hinter den Wolken hervor und schickt ihre Strahlen gen die bayrische Hauptstadt, strömen die Münchner auf die Strassen oder in die Biergärten. Die grüne Ader entlang der Isar wird zur Freiluft-Metropole und der Englische Garten – der übrigens grösser ist als der Central Park in New York – zum riesigen Tummelplatz. 1792 eröffnet, war der Englische Garten eine der ersten Grossanlagen Europas, die öffentlich zugänglich gemacht wurden. Entstanden ist die Idee, da sind sich die Münchner bis heute sicher, aus der Angst der damaligen Herrscher vor einer Revolution. Sind die Bürger in ihrer Freizeit beschäftigt, kommen sie nicht auf dumme Gedanken – dachten sich die Herren Regenten.
Englischer Garten © muenchen.de / Thorsten Krüger
Doch auch im Winter, wenn es kalt und eisig ist, möchten die Münchner nicht auf ihre Tradition, das alltägliche Feierabendbier, verzichten. Scharenweise strömen die Leute in die Bierkeller. Besonders beliebt sind der Hofbräukeller, der Löwenbräukeller oder der Paulaner am Nockherberg. Zwei, drei Bierchen, die gute Stimmung und die gemütliche Wärme tun dann das Ihrige: Angeregte Diskussionen werden angekurbelt. Und die drehen sich bei alteingesessenen Münchnern nicht selten um Fussball. Noch immer schwelt der Konflikt zwischen den Anhängern von 1860 München – dem Traditionsverein – und denen von Bayern München, dem Aushängeschild der deutschen Bundesliga. Gerade Leute aus der Arbeiterklasse sind mit dabei, wenn sich die Allianz Arena im Norden von München in ein leuchtendes 1860-Blau verfärbt. Rot sehen dagegen die Bayern-Fans bei ihren Heimspielen – nicht nur wegen der fast 70'000 Fans, welche den Hexenkessel regelmässig zum Kochen bringen.
Auch die Promi-Fussballer des FC Bayern München trinken nach getaner Arbeit gerne ihr Feierabendbier – jedoch standesgemäss im angesagtesten Club der Stadt, dem P1 an der Prinzregentenstrasse 1. Dorthin strömt dann auch alles, was etwas auf sich hält. Kurze Röcke, heisse Beats und viel Schampus sorgen für eine ausgelassene Partystimmung. Gefeiert wird sowieso gerne in München. Vor allem das junge Partyvolk ist gut bedient: Das Pacha, das 089 oder die Kultfabrik, das grösste Partyareal Europas, sind beliebte Aufenthaltsorte, wenn an den Wochenenden die Nacht zum Tag wird.
Bevor getanzt wird, wird gegessen. Und das tun die Münchner am liebsten in der Käfer-Schänke, im Ratskeller beim Marienplatz oder im Brenner. Gerade das Restaurant Käfer-Schänke ist weit herum bekannt als kulinarische Hochburg im gehobenen Stil. Der Ratskeller überzeugt mit einheimischen Speisen und mit einer hervorragenden Lage direkt im Zentrum Münchens. Das Brenner richtet sich an das überwiegend junge Publikum und befindet sich an der Maximilianstrasse.
München hat auch historisch einiges zu bieten. Entstanden ist die Stadt, die heute rund 1.3 Millionen Einwohner zählt, als Station der Salzroute. Erstmals urkundlich erwähnt wurde München 1158 als Villa Munichen. Gründerväter und Namensgeber waren die Mönche des Klosters Schäftlarn. Besonders beliebt war König Ludwig II. (1845 – 1886), der von den Bayern bis heute verehrt wird. „Keeney“, wie Ludwig II. auch genannt wird, hat alle in München bekannten Schlösser – so auch das Schloss Neuschwanstein – errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, wo grosse Teile der Stadt zerstört wurden, und dem am historischen Stadtbild orientierten Wiederaufbau, entwickelte sich München zu einem High-Tech-Standort. Ausserdem siedelten sich zahlreiche Unternehmen der Dienstleistungsbranche an. Und auch der Tourismus erlebte in der an bedeutenden Museen (Pinakothek der Moderne, Deutsches Museum) und Sehenswürdigkeiten reichen Stadt einen Aufschwung.
Neue Pinakothek © muenchen.de / Jürgen Sauer
München ist also unbedingt eine Reise wert – auch ganz ohne Italienischkenntnisse!
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