"Architecture sells", dass weiss man auch in Luzern. Allen voran der Erfolgs-Hotelier Karli, der sich „The Hotel“ von Jean Nouvel und kürzlich das „New Astoria“ von Herzog und de Meuron bauen liess.
Auch für die architektonischen Kunstwerke der Vergangheit ist Luzern weltweit bekannt, wie z. Bsp. das Rathaus (siehe Bild). Auffallend ist die mediterrane Bauweise des Hauses und des eigentlich nicht dazu passenden Giebeldaches.
So jedenfalls erklärte uns das der Prorektor damals in der Mittelschule.
Er wusste sehr viel über Luzern und erzählte uns auch die Geschichte
vom Luzerner Regierungsgebäude. Dieses wurde von einem italienischen
Architekten im Auftrag eines Schultheissen gebaut, jedenfalls bis zum
1. Stock. Dann gab es Ärger, vielleicht war er zu teuer. Er wurde
geköpft.
Deshalb sieht der 2. Stock des heutigen Luzerner Regierungsgebäudes anders aus, als der 1. (Siehe Bild)
Auch heute noch haben wir in Luzern ab und wann wieder ein Problem
mit der „künstlerischen Freiheit“ bzw. mit dem Urheberrecht von
Architekten, können auf mittelalterliche Praktiken aber leider nicht zurückgreifen. ;-)
Ich meine damit nicht etwa den Luzerner Bahnhof von Calatrava, der zwar wunderschön aber leider nur ein Sackbahnhof ist. Sondern das wieder einmal in die Schlagzeilen geratene KKL.
Tageszeitungen und auch der als Video Blogger bekannt gewordene Roger Levy berichten darüber:
Das
KKL Kupferdach vergiftet das Luzerner Seewasser und das KKL Management
lässt sich doch tatsächlich bis vor Bundesgericht bitten, um endlich
die vom kantonalen Amt für Energie und Umwelt geforderte
Machbarkeitsstudie zu veranlassen.
Das KKL gibt immer wieder zu reden:
- Zuerst waren es die Baukosten, die dem Volk, salamitaktikmässig präsentiert wurden.
- Dann folgte die Geschichte von den Abfallkübeln, die von der Stadt Luzern auf den Vorplatz gestellt werden sollten. Die "architektonische Freiheit" sah sich zunächst in ihrer Würde verletzt und es folgte ein langes Hin und Her um das Urheberrecht des Architekten. Jetzt jedenfalls stehen ein paar Abfalleimer an den Grenzen des Vorplatzes.
- Dann hört man von Leuten, die in die Wassergräben fallen. Nicht etwa nur draussen auf dem Platz, sondern auch drinnen, denn es hat keine Geländer. So kann es vorkommen, dass eine Dame im Abendkleid nach einem Cüpli zuviel, oder auch nur aus Unachtsamkeit, ins Wasser fällt.
Auch wenn es immer wieder zum Lästern Anlass gibt, so darf man schon sagen, dass das KKL insgesamt für Luzern ein Segen ist.
P.S. Ich hoffe, meine Scherze werden als solche verstanden.
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citytrip.ch 11Apr08 - Ralf









