Ein weiterer Beitrag in der Reihe: "citytrip tips from insiders".
"Dieser Blogbeitrag wurde von Supertext.ch produziert, geschrieben von René, jahrelang tätig als NZZ-Korrespondent in Kuba".
Wie man Havanna entdeckt. Und wie nicht.
Man kann in der Bodegita del Medio einen Mojito trinken, dann in die Floridita-Bar weiterziehen
und dort einen sackteuren Daiquirí hinterhergiessen. Tat Hemingway auch, tun
fast alle Touristen. Kann man vergessen.
Wer auf Hemingways Spuren wandeln
will, steigt im Hotel Ambos Mundos mitten in der Altstadt ab und
besichtigt das
Zimmer, in dem der grosse Schriftsteller wohnte. Dann mietet man sich ein Taxi
(unbedingt den Preis aushandeln, wer mehr als 15 CUC zahlt, ist selber schuld)
und fährt zur Finca Vigia hinaus. Hier lebte Hemingway, alles ist erhalten, bis
zur letzten Flasche Château Margaux, die er austrank, bevor er 1961 Kuba
verliess.
Dann setzt man sich einen weissen Sombrero auf, zündet sich eine
Monte Cristo No. 1 an und bestellt ein museumsreifes Oldtimer-Taxi (organisiert
die Rezeption des Hotels).
So fährt man zum besten Restaurant Kubas, La
Guarida, Concordia Nr. 418, in Centro Habana. Natürlich hat man vorher
reserviert (Tel. 863 73 51 oder 866 90 47), denn der In-Place ist immer voll.
Während man das fabulöse Treppenhaus hinaufsteigt, kommt dem einen oder anderen
das Ambiente bekannt vor. Richtig, hier wurde der weltberühmte Film «Fresa y
Chocolate» gedreht, und in der Film-Wohnung des Protagonisten wird heute die
beste Küche der ganzen Insel serviert. Auf Damasttischdecken, die fabulöse
Weinauswahl wird in antiken Kristallgläsern eingeschenkt, und nirgendwo
schmeckt der Mojito besser. Nach rund zwei Stunden wird man gnadenlos vor die Türe
gesetzt, denn die nächsten Gäste warten schon.
Der richtige Zeitpunkt, um im
Hafen in der Bar «Dos Marineros» mit den Einheimischen eine Cerveza oder zwei
zu kippen, und mit dem Gerstensaft gestärkt, rundet man den Abend mit einem
Besuch im Delirio Habanero ab, der schärfsten Diskothek Havannas, direkt an der
Plaza de la Revolución.
Nach einem späten, sehr späten Frühstück auf der
Dachterrasse des Hotels Ambos Mundos bricht man dann am nächsten Tag in den
Vorort Guanabacoa auf (Taxi, verhandeln, höchstes Angebot 10 CUC).
Dort fragt
man sich nach dem Museo de la Santería, dem Santería-Museum, durch. Das ist die
afrikanische Naturreligion, an die, wie an Voodoo in Haiti, fast alle Kubaner
glauben. Führungen finden auch auf Englisch statt.
Und so hat man in zwei Tagen mehr von Kuba verstanden als normale Touristen in zwei Wochen.
Kuba und Havanna Links
cubainfo.de - Kubanisches Fremdenverkehrsamt, Frankfurt
Kuba - Wiki
NZZ Bericht zu Santeria
Cigar Blog
Museo de Bellas Artes Cuba (es)
Cuba Video by cubainfo.de
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