Sex sells, ganz egal ob man Autos, Unterhosen oder Tomaten
verkauft!
Das Kunststück dabei, bildet die richtige Einbindung des „Sex“
in die Marketingbotschaft.
Ist es zuviel oder zu direkt, so wirkt es abstossend. Ist
zuwenig Sex dabei, so wird die Zielgruppe womöglich gar nicht erreicht.
Im Weiteren muss die Message nicht nur empfangen, sondern von den „Absendern“
auch mitgetragen werden. Anhand zweier Beispiele, möchte ich erklären, was ich
meine.
1) Das Plakat von Airolo mit dem gleichgeschlechtlichen Liebespaar
In Airolo, im Tessin und in der ganzen Schweiz erhitzten
sich Anfangs Dezember 2007 die Gemüter wegen des so genannten „Lesbenplakats“. Info's dazu gibt's hier und hier.
Ich selbst glaube, dass dieses Plakat in den Metropolon Norditaliens niemanden wirklich erschreckt hat. Viele Norditaliener der Zielgruppe bis 35 dürften neutral oder sogar positiv auf das Plakat reagieren, weil sie solche und ähnliche Werbebotschaften gewohnt und dafür empfänglich sind.
Die Italiener sind in Bezug auf Werbung viel „abgehärteter“ als wir und das kommt nicht zuletzt vom lausig, oberflächlichen Unterhaltungs-Fernsehen das da betrieben wird. Will man Italien und die Italiener in der Werbung erreichen, so muss man gröbere Geschütze auffahren als bei uns. (Das heisst aber nicht, dass ich es befürworte, todkranke, magersüchtige Models als Werbeträger zu benutzen.) Ich finde es schade, dass man das Airolo Plakat zurückgezogen hat, denn so werden wir nie erfahren, ob die Werbekampagne ein Erfolg gewesen wäre.
2) „Gewinne einen Skilehrer“ – Werbekampagne von Schweiz Tourismus
Als Glanzleistung in Sachen „Sex in der Tourismuswerbung“ und erfolgreiche Werbung überhaupt, darf man die „Gewinne einen Skilehrer“ – Werbekampagne von Schweiz Tourismus bezeichnen.
Oberflächlich betrachtet und allgemein gesehen geniessen Skilehrer
oft den Ruf eines Frauenlieblings. Das wird in Lieder wie z. Bsp. “Gigi vo
Arosa“ besungen und in Witzen erzählt.
Die werbeverantwortlichen von Schweiz Tourismus machen sich
diesen Umstand zu nutze und zeigen einen schönen, jungen Mann im Skilehrer-Tenue.
Damit der „Sex“ auch richtig rüberkommt, trägt der Mann einen muskulösen, braungebrannten,
nackten Oberkörper mit Waschbrettbauch.
Aus meinem Bekanntenkreis weiss ich, dass sich die „win a
ski instructor“-Kampagne vor allem bei Frauen grösster Beliebtheit erfreut.
Würde meine Grossmutter noch leben, so würde dieses Plakat
wohl nicht zu ihrer Lielblingswerbung zählen, aber sie würde sich daran nicht
stossen.
Der „Sex“ in dieser Werbebotschaft ist echt clever verpackt.
Die Zielgruppe wird sofort und direkt erreicht. Während andere, nicht zur
Zielgruppen gehörige Personen noch nicht einmal unbedingt merken, dass da überhaupt
"Sex" in der Werbung ist.
citytrip.ch 10Jan08





