Dieser Blogbeitrag erscheint zum Thema "kommerzielles Bloggen" im Rahmen der Business-Blog-Parade von Blogpraxis.ch, einem Gemeinschaftswerk von Roman Hanhart (blog.yoda.ch) und Daniela A. Caviglia (praesenz-effizienz.ch).
Was ist ein Blog?
Die Angst vor dem Internet
Die traditionelle Reiseindustrie
Warum sollte ein touristisches KMU einen Blog betreiben?
Warum ein Blog, wenn man doch schon eine Webseite hat?
Was ist der Vorteil eines Blogs gegenüber einer Webseite?
Was kostet ein Blog für ein KMU?
Wieviel Zeit benötigt man für einen Blog?
Verschiedene Blog-Einträge brauchen unterschiedlich viel Zeit.
Wer kann einen Blog betreiben?
Wie macht man ein KMU Blog?
Die persönliche Note
Warum ich an der BlogPraxis Business-Blog-Parade teilnehme?
Noch vor 3 Jahren dachte ich, ein Blog ist etwas für Jugendliche, die im Internet ihre Pubertät ausleben. Dann habe ich mich informiert und z. Bsp.von Stefan und Matthias viel über Blogs lernen können. Mittlerweile weiss ich, dass ein Blog ein äusserst praktisches und preiswertes Mittel der Kommunikation sein kann.
Auch ich bin nicht mit dem Internet aufgewachsen. Ich stand 15 Jahre im touristischen Berufsalltag bevor es Internet gab und meine ersten Erfahrungen waren nicht nur die Besten.
Hier ein kleines Beispiel: Eine kanadische Studentengruppe wollte für ihre Reise nach Rom einen Eintritt in eine Gemäldegalerie einplanen, die aber geschlossen war. Der Agent in Rom wusste auch nichts Neues und so teilte ich der Gruppe mit, dass die Galerie geschlossen sei. Postwendend bekam ich die Nachricht, dass die Gemäldegalerie sehr wohl offen sei, und die Information über Eintrittspreise und Öffnungszeiten wurde auch gleich mitgeliefert. Die Gemäldegalerie hatte nämlich eine Homepage, wo das alles drin stand. Ich war sowohl schockiert als auch begeistert.
Kurze Zeit später las ich dann in einer touristischen Fachzeitschrift aus den USA den folgenden Spruch: „The Internet is not a problem as long as you know more about it than your client“ (Das Internet ist kein Problem, solange du mehr darüber weisst, als deine Kunden)
Die traditionelle Reiseindustrie
Wie andere Geschäfte auch, ist die traditionelle Reiseindustrie sowohl im Incoming als auch im Outgoing eine in sich geschlossene Gesellschaft. Das Business wird unter den Zunftmitgliedern aufgeteilt und gegen aussen abgeschottet. Das ging jahrzehntelang gut, aber seit dem Einzug des Internets in fast alle Sparten des täglichen Lebens, bröckeln diese Mauern ab und stürzen mindestens teilweise ein.
Als Beispiel für diese Behauptung führe ich die Fluggesellschaft easyJet an, die auch trotz Totschweigen in allen Reisebüros und bei Reiseveranstalter nicht daran gehindert werden konnte, durch das Internet den europäischen Flugmarkt zu erobern.
Abgeleitet aus dieser Erfahrung ergibt sich folgende Erkenntnis:
Wer Information besitzt, soll diese nicht horten,
sondern für seine Zwecke nutzen.
Warum sollte ein touristisches KMU einen Blog betreiben?
Touristische Dienstleistungen werden auf Distanz verkauft, d.h. der Kunde hat keine Möglichkeit die Ware vor Erfüllung zu sehen oder zu testen. Er hängt von der Information ab, die ihm sein Reisevermittler bietet. Zusätzlich oder vorgängig informiert sich der moderne Konsument übers Internet.
- Warum also sollte der Reisevermittler und Anbieter anderen das Terrain überlassen, statt sich selber auch ins Internet zu begeben, um seine Kunden dort wieder abzuholen?
- Warum z. Bsp. sollte ein Reisebürochef die Erlebnisse seiner Reisen nur seinen Stammkunden erzählen, wenn er doch die Möglichkeiten hat, übers Internet auch viele andere, potentielle Kunden zu erreichen?
- Warum sollte der lokale Busreiseveranstalter nicht einen Blog über seine Carreisen betreiben und sich vielleicht damit weit über die Kantonsgrenze hinaus einen Namen machen?
- Warum sollte die Reiseberaterin nicht anhand des Materials der letzten Studienreise einen Blogeintrag publizieren und aktive Verkaufsförderung betreiben?
- Warum sollte man nicht von den allen modernen Möglichkeiten der Kundenbindung Gebrauch machen?
Ich empfehle auch zu lesen, was der Innovations- und Marketingcoach Hannes Treichl in seinem anders denken Blog darüber schreibt: „10 Gründe gegen Blogs im Tourismus“
Warum ein Blog, wenn man doch schon eine Webseite hat?
Bei vielen Unternehmen ist die Webseite eine starre, in Stein gemeisselte Angelegenheit. Selbst für kleinste Änderungen, wie z. Bsp. eine neue Telefonnummer, muss man vielleicht einen externen Fachmann beauftragen. Nachdem die Euphorie der Anfangsphase verflogen ist und die Performance vielleicht zu wünschen übrig lässt, fristet die Webseite das Dasein eines „Vergissmeinnichts“.
Jedem KMU, das diese Erfahrungen gemacht hat und trotzdem im Internet gefunden werden möchte, kann ich nur raten, einen Blog zu starten.
Was ist der Vorteil eines Blogs gegenüber einer Webseite?
- Die Bedienung eines Blogs ist einfach!
- Ein Blog ist aktuell.
- In einem Blog kann man Neuigkeiten innerhalb weniger Minuten publizieren.
- Die regelmässige „Fütterung“ des Blogs mit Texten und Bildern, sowie die Blogsoftware wirken sich viel vorteilhafter auf die Suchmaschinenergebnisse aus, als dies eine starre Webseite tut.
- Während es für die Pflege einer Webseite eine Fachperson braucht, können auch Nicht-Profis nach Einarbeitung selbständig einen Blog betreiben.
Zusammengefasst kann man sagen: Ein Blog ist effizienter als eine Webseite.
Weiter empfiehlt es sich, den Blog in die bestehende Webseite entweder als Verzeichnis (z. Bsp. www.citytrip.ch/blog) oder als Subdomain (z. Bsp. blog.citytrip.ch) einzubinden.
Wer noch keine oder eine verkümmerte Webseite hat, kann die Webseite ebenso gut weglassen und seinen gesamten Internetauftritt auf einem gut gepflegten Blog basieren.
Was kostet ein Blog für ein KMU?
Die höchsten Kosten sind die Personalkosten, der bloggenden Person(en).
Wer Ahnung von Computer und Internet hat, der kann sich seinen Blog selber einrichten und zahlt dafür fast nichts. Man kann sich seinen Blog aber auch durch einen Fachmann einrichten lassen und dabei fallen natürlich je nach Aufwand einmalige Kosten an. Wer sorgenfrei bloggen will und keine Lust hat, sich um technische Dinge zu kümmern, dem empfehle ich, ein kostenpflichtiges Web-Publishing-System zu abonnieren. Das kostet ca. Fr. 300.- im Jahr und ist für ein KMU ideal.
Wieviel Zeit benötigt man für einen Blog?
Das hängt von der Erfahrung im Bloggen, von der „Schreibgeschwindigkeit“ und von der Anzahl und Qualität der Blogeinträge ab und lässt sich deshalb nicht schätzen. Mindestens für die Anfangszeit würde ich mindestens 1 - 2 Stunden pro Arbeitstag einrechnen. Wer einen Blogeintrag pro Woche veröffentlicht, braucht dazu vielleicht nur 1 Stunde Arbeitszeit pro Woche. Wer jeden Tag Blogeinträge schreibt, sollte mindestens 1 Stunde täglich einrechnen.
Verschiedene Blog-Einträge brauchen unterschiedlich viel Zeit.
Für das Hochladen des Tagesmenus, das ja bereits als Datei im Computer vorhanden ist, benötigt eine wiffe Sekretärin gerade mal 3 Minuten. Ein ausführlicher Reisebericht hingegen kann gut und gerne 5 Stunden Arbeit bedeuten.
Wer kann einen Blog betreiben?
Das Hochladen von Texten und Bildern ist etwa gleich schwierig, wie eine e-mail zu verschicken und Bilder von seinem Handy auf seinen Computer hochzuladen.
Auch „normale“ Internet Benutzer ohne technische Kenntnisse können durch ein bisschen Selbststudium oder nach Einführung durch einen Fachmann einen Blog betreiben, der auf einem Web-Publishing-System basiert. Jeder, der in seiner Schulzeit mindestens mittelmässige Aufsätze geschrieben hat, kann erfolgreich bloggen, wenn er über genügend Fachwissen zum Thema verfügt und etwas zu sagen hat.
- Zuerst fragt man in der Belegschaft nach, ob Erfahrungen im Bloggen da sind und ob man Mitarbeiter dafür begeistern kann.
- Dann sucht man sich andere Blogs und guckt, wie die das machen.
- Dann findet man heraus, dass der Betrieb eines Blogs Zeit und Fleiss braucht und dass es in jedem Betrieb einen Chefblogger braucht, der den Blog-Karren zieht.
In einem lokalen Busunternehmen könnte das so aussehen: Die Chefin bittet die Carchauffeure um mündliche Reiseberichte mit Bildern aus der Handy-Kamera. Zusammen mit dem Wissen der Chefin entsteht daraus aus jeder Reise ein Blogeintrag.
Damit ein Blog nicht trocken daher kommt wie eine Scheibe Brot, sollte man ihm eine persönliche Note verleihen. Damit macht man den Blog interessanter und grenzt sich von anderen ab. Ich denke, dass neben der Information, die in richtiger Form dosierte, „persönliche Note“ ein wichtiges Kriterium für einen erfolgreichen Blog ausmacht.
Warum ich an der BlogPraxis Business-Blog-Parade teilnehme?
- Weil ich einen Business Blog und eine Webseite für Flüge betreibe und mir neue Kontakte und Informationsaustausch erhoffe.
- Weil ich an gegenseitigen Blog-Gastbeiträgen und themenrelevanten Linkpartnerschaften interessiert bin und hoffe, auf diesem Weg ein paar neue Partner zu finden.
citytrip.ch 12Dez07/Ralf Fioretti
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Update: 28Jan08
Erste Zusammenfassung der Blog Parade, hier bei Blogpraxis.ch und alliance.yoda.ch
Weitere Praxis Tipps für Business Blogs:
Lupe, der Satire Blog - communities- und newsboards, wert und nutzen für blogger
WebWriting Magazin - Guter Stil, klare Sprache
3w-publishing - Kundenbindung dank einem Blog
wortgefecht.net - Merhwert Corporate Blog
Beispiel eines Reisebuero-Blogs: Reisebuero-Eberswalde.de








Hi, ich kann das oben geschriebene nur ganz doll unterstützen. Durch einen sehr guten Freund, der mich auch auf diese Seite aufmerksam machte, habe ich die ersten Schritt gelernt bekommen und ist auch immer zur Stelle wenn ich ein Problem habe. Also solch ein Blog ist echt eine Berreicherung.
Thomas Winkler
Kommentiert von: Thomas Winkler | 31. Januar 08 um 14:39 Uhr
Vielen Dank für die Unterstützung und weiterhin viel Spass und Erfolg mit dem Blog: http://www.reisebuero-eberswalde.de
Kommentiert von: Ralf | 02. Februar 08 um 10:16 Uhr